11
ſondern auch reichliche Beute, und eine Belohnung von 10 Dukaten, wer zuerſt den feindlichen Boden be⸗ trat. Nun war fuͤr die Sarazenen keine Rettung mehr; ſie wurden theils niedergeſtoßen, theils gefan⸗ gen aus dem Schiffe geſchlepypt, welches von den chriſtlichen Soldaten von unten bis oben ausgepluͤn⸗ dert wurde. 5
Waͤhrend dieſer Zeit aber hatte ſich unverſehens die tuͤrkiſche Flotte, ohngefaͤhr aus 14 Schiffen be⸗ ſtehend, den Maltheſern genaͤhert. Dieſe, als ſie ſich dadurch uͤbermanut ſahen, ſegelten in groͤßter Eile da⸗ von, ließen aber viele der Ihrigen, welche noch auf dem eroberten Schiffe verweilten, im Stich. Zum Gluͤcke fuͤr dieſelben war noch die tuͤrkiſche Flagge aufgezogen; die Sarazenen hielten es alſo fuͤr das ihre, weil ſie nicht wußten, was vorgegangen war, und ſchifften nacheilend an demſelben voruͤber.
Der erſten Gefahr war alſo unſer Reiſende, der unter jene gehoͤrte, welche ſich noch auf dem unbe⸗ mannten Schiffe befanden, entgangen; bald aber traf ihn graͤßliches Ungluͤck. Er befand ſich in Geſellſchaft von 92 Chriſten, unter welchen zwoͤlf Ritter und ein einziger Teutſcher war, Namens Georg Kope. Zudem waren auf dem Schiffe 24 Mohren, Maͤnner und Weiber. Ganz finſtere Nacht brach ein, ehe unter dieſen Leuten nur einige Ordnung hergeſtelt war. Am andern Morgen ſah man ſich einſam auf der weiten See;— der Maſt


