601
von den Griechen erbauten Stadt C anopus her. Wir beſuchten das Schloß; es hat aber wenig zu be⸗ deuten. Von der Landſeite iſt es mit einem Graben umgeben, welchen das Meer mit Waſſer anfuͤllt. Den hier befindlichen Leuchtthurm nimmt man wegen ſchlech⸗ ter Beleuchtung nur in geringer Entfernung wahr. XXI. Nach meiner Ruͤckkehr von Abukir wuͤnſchte ich an der Muͤndung des Nils den wegen ſeiner Ge⸗ fahren und Schiffbruͤche beruͤchtigten Boghas zu beſuchen. Wir traten unſere Reiſe auf Eſeln an, und machten in den Gaͤrten oberhalb des Schloſſes Halt.
Hier hatten Beduinen ihr Zelt aufgeſchlagen, deren
Weiber und Kinder uns um eine milde Gabe anfleh⸗ ten. Indem wir unſern Weg nach der See fortſetzten, wurde der ſeit Kurzem vom Nil uͤberſchwemmte Bo⸗ den ſchluͤpfrig, kothig und mit Graͤben durchſchnitten. Unſere Eſel ſielen nieder, ſanken in den Moraſt, und ließen uns oft im Waſſer oder im Kothe ſitzen. End⸗ lich langten wir an dem engen und ſo gefaͤhrlichen Paſſe der Barre an, welcher den Nil verſperrt. Das Ufer iſt niedrig und beſteht ganz aus Sand; es war mit einer Menge Waſſervoͤgel angefuͤllt. Eine halbe franzoͤſiſche Meile im Suͤden von Ra⸗ ſchid ſteht der Thurm von Canopus, weil man irrig annahm, daß hier das alte Canopus geſtan⸗ den. Der Thurm, ein Werk neuerer Zeit, iſt vier⸗ eckig und war halb eingeriſſen. Beinahe am Fuße des Churmes ſteht am Nilufer die Moſchee des mahome⸗
——


