Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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derbniß iſt in Aegypten allgemein verbreitet. Selbſt das Laſter der Beſtialitaͤt iſt unter dieſen verdorbenen Menſchen allgemein; es aͤußert ſich mit der unver⸗ ſchaͤmteſten Dreiſtigkeit.

Ein ſcharfer Kontraſt trennt hier die Geſchlechter von einander. Die Frau ſchmachtet in ihrem Harem eingeſchloſſen, kein Mann da.; ſie beſuchen, als ihr eigener; Tod droht dem Verwegenen. Nirgends wird die Eiferſucht auf einen hoͤheren Grad getrieben.

XVI. Die Frauen beſuchen einander oft. Der Anſtand und die Zuruͤckhaltung ſind oft aus ihren Un⸗ terhaltungen verbannt. Bei ihren Beſuchen vertreiben ſie ſich die Zeit dadurch, daß ſie ihre Anzuͤge gaͤnzlich aͤndern, und daß jede die Kleidung der andern anzieht. Dieſe Art von Verwandlungen ſind nur der Vorwand und das Vorſpiel zu weniger unſchuldigen Spielen, die Sappho gelehrt und getrieben haben ſoll.

Die gemeinen Frauen haben ſtatt der weißen Haut, eben wie die Maͤnner des Landes, eine ſchwarzbraune, und tragen, wie die Maͤnner aus dem gemeinen Volke, das Gepraͤge und die Lumpen der ſchrecklichſten Ar⸗ muth. Die einzige Kleidung faſt aller Weiber, vor⸗ zͤglich auf dem Lande, beſteht in einer Tunika mit Aermeln, die außerordentlich breit iſt und die Stelle eines Hemdes und Rockes vertritt; ſie iſt an jeder Seite von den Achſeln bis auf die Kniee offen, ſo daß man bei Bewegungen des Koͤrpers dieſen leicht gewahr werden kann. 1