Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Den 22., Abends 4 Uhr, langten wir zu Raſchid an, wo ich bei dem franzoͤſiſchen Vize⸗Konſul, duͤ Froni, abſtieg.

Den arabiſchen Namen Raſchid hatte die Stadt ſchon im J. 1453, zur Zeit des Geographen Sdrifi; die Europaͤer machten Roſſette daraus. Sie iſt die angenehmſte Stadt Augyptens, die Handels⸗Nie⸗ derlage zwiſchen Alexandrien und Kairo. Fern von dem Geraͤuſche der Haͤfen und den oͤftern politi⸗ ſchen Revolutionen Kairo's, leben die Einwohner von Raſchid in ziemlicher Ruhe. Der Europaͤer iſt weniger Unbequemlichkeiten von Seite der Einwohner

ausgeſetzt. Man bringt hier gewoͤhnlich, wie in der

Tuͤrkei, die Zeit mit Tabackrauchen zu.

Der Orientale ſitzt immer mit untergeſchlagenen Beinen, wenn er nicht genoͤthigt iſt zu arbeiten. Nur die Noth treibt ihn zum Gehen; er kennt kein anderes Spatzieren, als Reiten. Das Gehen der Europaͤer in dem Zimmer oder in freier Luft ſieht er fuͤr eine Thor⸗ beit au. Reiche ruhen in dem Schatten ihrer Gaͤrten,

oder beſuchen Kaffeehaͤuſer, wo man nur Kaffee und

gluͤhende Kohlen antrifft, um die Tabackspfeifen an⸗ zuzuͤnden. Man ſpricht hier wenig, ſondern laͤßt nur von Zeit zu Zeit einige Worte hoͤren. Auf den Kaffeer baͤuſern finden ſich auch oft Taͤnzerinnen, Harlekine und Stegreifdichter ein.

Die Einwohner von Raſchid ſind gleichfalls der unnatuͤrlichen Liebe zu Knaben ergehen. Dieſes Ver⸗