594 Stadt aus. Auf der andern Seite des Fluſſes ent⸗
deckt man das Delta, welches aus dem Schooße des
Waſſers hervor gegangen iſt, und das Friſche ſeines Urſprunges erhaͤlt. Mit dem Golde der Saaten wech⸗ ſelt in einem und demſelben Jahre das Gruͤne der Wieſen. Baumgaͤrten, Gruppen von immer gruͤnen Baͤumen, einzeln ſtehende Baͤume, Herden aller Art gewaͤhren einen mannigfaltigen Anblick. Flecken und
zahlreiche Doͤrfer vermehren die Schoͤnheit des Landes.
XV. Raſchid, weniger zu Unruhen geneigt, iſt fuͤr den Reiſenden ein angenehmer Zufluchts⸗Ort.
Wegen meiner Beſtimmung bis nach Ober⸗Ae⸗ gypten, und von da nach Habiſch vorzudringen, reiſte ich eilig nach Kairo. Hier legte ich meine europaͤiſche Kleidung ab und eine tuͤrkiſche an. Nichts iſt bei der tuͤrkiſchen Kleidnug laͤſtig, kein Theil wird zuſammen gepreßt. Mein Zeichner und meine 2 Fran⸗ zoſen hatten ebenfalls ihre Kleidung veraͤndert.
Mit Freuden verließen wir den 21. Oktober 4771
Kairo, und ſchifften uns auf einem Kanja ein;
dieß iſt eine Art Fahrzeug von ſchoͤner Bauart, ver⸗ ſchiedener Groͤße, und auf dem Nile gebraͤuchlich. Zwei Tage und zwei Naͤchte, bis Raſchid, wurden wir unaufhoͤrlich von den Stichen der Floͤhe, von Laͤuſen and Wanzen, mit welchen dieſe angefuͤllt ſind, ge⸗ quaͤlt. Dieſe Fahrzeuge, haben, wie die Schermes iu Alexandrien, große lateiniſche Segel an Stan⸗ gen von ungeheuerer Laͤnge.


