Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Dieß ſind bei den Aegyptern die Geſetze und Ze⸗

emonien der Verehelichung. Der Arme wie der Reiche

beobachtet ſie aͤngſtlich. Die Tochter eines Handwer⸗

kers wird eben ſo zu ihrem Ehemanne gefuͤhrt; der

ganze Unterſchied beſteht in der geringern Pracht, welche ſie umgibt. Statt der Fackeln fuͤhrt man ſie bei dem Scheine angezuͤndeten Tannenholzes, welches in Kohlenbecken brennt, die man auf hohen Stangen traͤgt. Statt der Taͤnzerinnen und Muſiker gehen Tamburins und Spaßmacher voras. Endlich borgt die Tochter des Armen, welche keinen Thronhim⸗ mel und kein Gefolge haben kann, einen Schleier, und geht unter dem Klange der Cymbeln oder ge⸗ wiſſer Metallſtuͤcke einher, welche arme Leute im Tacte zuſammen ſchlagen.

Die Kophten beobachten beinahe dieſelben Ceremo⸗ nien; aber ſie verloben die Maͤdchen ſchon mit 6—7 Jahren. Ein Ring, welchen man ihnen an den Fin⸗ ger ſteckt, iſt das Zeichen dieſer Verbindung. Oft er⸗ halten ſie von den Aeltern die Erlaubniß, ſie im

Hauſe bei ſich erziehen zu laſſen, bis ſie mannbar ge⸗ worden. Die Scheidung, die Baͤder, das pomphafte Geleite der Braut iſt auch bei den ſchismatiſchen Chriſten erlaubt; nur duͤrfen ſie bloß eine einzige Fran auf ein Mal haben.

VI. Die äͤgyptiſchen Pharaonen kannten die Vortheile des Handels, und foͤrderten ſeine Bluͤte.