Schleier aber, und laſſen ihre Gewandtheit und Kunſt glaͤnzen. Sie ſpielen bei dem Laͤrm des Tamburins, der Cymbeln und Caſtagnetten ſtumme Scenen, in welchen ſie die Kaͤmpfe Hymens, den Widerſtand der jungen Gattin und die Kunſtgriffe Amors vorſtellen. Nichts gleicht der Wolluſt ihrer Bewegungen und der Zuͤgelloſigkeit ihrer Stellungen. Man bedarf der Worte nicht, um ihre Pantomimen zu verſtehen. Ab les iſt hier ſo natuͤrlich gemalt, daß man ſich gar nicht taͤuſchen kann. Sind dieſe Taͤnze geendet, ſo preiſet ein Chor der Alme in einem Lobgedichte den Zauber der jungen Gattin, und nennet ſie ſchoͤner als den Mond, friſcher als die Roſe, duftender als Jas⸗ min, und die Wonne des Sterblichen, der ſolche Reize genießen ſoll. Waͤhrend der Zeremonie laͤßt man ſie oͤfters vor ihrem Gemahl voruͤber gehen, immer in neuen Kleidern, um ihre Anmuth, ihren Reichthum zu zeigen. Endlich, wenn ſich die Geſellſchaft zuruͤck gezogen hat, tritt der Gemahl in das Brautgemach, der Schleier hebt ſich, und er ſieht ſeine Frau zum erſten Male. Iſt es ein Maͤdchen, ſo muͤſſen die Zei⸗ chen der Jungfrauſchaft erſcheinen; ſonſt hat er das Recht, ſie des andern Tages ihren Aeltern zuruͤck zu ſchicken, und dieß iſt der groͤßte Schimpf, der einer Familie begegnen kann. Daher gibt es auch nicht leicht ein Land, wo man die jungen Maͤdchen ſorgfaͤl⸗ tiger bewacht, oder wo man ſicherer iſt, eine Jung⸗ frau zu heirathen.
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