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Will ſich ein junger Mann verehelichen, ſo ſorgen ſeine naͤchſten Verwandtinnen fuͤr ihn. Sie haben
die meiſten Maͤdchen der Stadt im Bade geſehen, ſie
koͤnnen ihm alſo das Bild derſelben ganz getreu nach der Natur entwerfen. Iſt ſeine Wahl entſchieden, ſo ſpricht man wegen der Verbindung mit dem Vater der Braut, ſetzt die Mitgift aus einander; und gibt dieſer ſein Jawort, ſo macht man ihm Geſchenke. Sind die beiden Theile unter ſich einig, ſo fuͤhren die Verwandten und Freundinnen die Jungflau in das Bad. Man entkleidet ſie ganz feierlich. Sie wird gebadet und mit Wohlgeruͤchen uͤberſtroͤmt. Man gibt den Naͤgeln der Haͤnde und Fuͤße eine Roſen⸗ farbe mit dem Henné. Man ſchwaͤrzt ihre Augen⸗ lieder mit dem Cohel. Man gießt in ihre Hagre koſtbare Eſſenzen und waͤſcht ihren ganzen Koͤrper mit Roſenwaſſer. Die Damen, ohne allen Schmucs, den ihrer lang hinwallenden Haarflechten ausgenommen, fuͤhren die junge Novizin im Zimmer umher, und weihen ſie in die Myſterien der Ehe ein. Sie beru⸗ higen das zagende Herz, ſprechen ihr von dem Gluͤcke, das ſie genießen ſoll, ruͤhmen ihr die Schoͤnheit, die Reichthuͤmer des jungen Gemahls. Der Reſt des Ta⸗ ges wird mit Feſtgelagen, Daͤnzen und Geſaͤngen hin⸗ gebracht.
Tags darauf begeben ſich die naͤmlichen Perſonen zur Braut, und reißen ſie, wie mit Gewalt, aus den Armen der troſtloſen Mutter. Sie fuͤhren ſie im


