573 war, der ſie verſtoßen hat. Es wird ihnen alsdann erlaubt ſeyn, ſich wieder zu vereinigen, wenn ſie die
Gebote Gottes beobachten zu koͤnnen glauben.“ Co⸗ ran, C. 2. P. 39.
Der Schuldige, welcher ſich in dieſem Falle be⸗ findet und eine Trennung fuͤrchtet, deren Urtheil er bereits ausgeſprochen hat, ſucht das Gebot zu verei⸗ teln. Er ſucht einen Freund, auf deſſen Verſchwie⸗ genheit er rechnen kann, ſchließt ihn in Gegenwart von einigen Zeugen mit ſeiner Frau ein, und erwar⸗ tet an der Pforte den Ausgang dieſer in ihrer Art einzige Seene. Der Verſuch iſt etwas bedenklich und lauft nicht immer nach dem Wunſche des Eheherrn ab. Wenn der dienſtfertige Freund bei dem Herausgehen ſagt:„Siehe da, meine Frau! ich will ſie ver⸗ koßen“— ſo hat der erſte das Recht, ſie wieder zu nehmen; wenn er aber der Freundſchaft in den Ar⸗ men der Liebe vergießt, und erklaͤrt, daß er ſie fuͤr ſeine Frau erkennt, ſo fuͤhrt er ſie mit ſich fort, ohne daß man ihm Widerſtand leiſten kann. So ſind die Geſetze Mahomets beſchaffen, wodurch er Friede und Eintracht unter den Verehelichten zu gruͤnden ſuchte. Daher iſt auch die Scheidung ſeltener bei ihnen, als man gewoͤhnlich denkt, und mehrere begnuͤgen ſich ſogar mit einer einzigen Frau, ohne von dem Vortheile des Geſetzes Gebrauch zu machen, welches erlaubt, vier Frauen auf ein Mal zu haben.


