559
teigen, ſo verhuͤllt man oft die Wahrheit, und ver⸗ kuͤndet nur, daß ſie bis zu dieſer Stufe empor geſtie⸗ gen ſind, wann ſie dieſelbe uͤberſchritten haben.
Der Augenblick dieſer Beka ntmachung iſt ein Freudentag, und ein großes Feſt fuͤr die Aegypter. Der Paſcha, von ſeinem ganzen Hoſſtabe begleitet, ſteigt aus ſeinem Schloſſe hernieder, und begibt ſich im feierlichen Aufzuge nach Foſat, wo der Kanal beginnt, der Groß⸗Kairo durchſtruͤmt. Er ſtellt ſich unter ein praͤchtiges, auf der Spitze des Dammes errichtetes Gezelt. Vor den Beys zieht ihre Muſik, und hinter ihnen folgen die Mamelucken, welche ihr Gefolge bilden.
Die Haͤupter der Religion erſcheinen hier auf reich bedeckten Pferden reitend. Alle Einwohner zu Pferd, zu Fuß und zu Schiff, draͤngen ſich heran, um der Feierlichkeit beizuwohnen. Mehr als 300,000 Menſchen bedecken Land und Waſſer. Der groͤßte Theil der Schiffe iſt angenehm bemalt, kuͤnſtlich mit Schnitzwerk geziert, und mit einem Thronhimmel und verſchiedenfarbigen Wimpeln geſchmuͤckt. Die der Frauen kann man an ihrer Eleganz, an ihrem Reich⸗ thume, an den vergoldeten Saͤulen, welche den Thron⸗ himmel tragen, und vorzuͤglich an den uͤber die Fen⸗ ſter herab gelaſſenen Jaluſien erkennen. Das ganze Volk bleibt ſtille bis zu dem Augenblicke, in welchem der Paſcha das Zeichen gibt. Jetzt erhebt ſich Freu⸗ den⸗Geſchrei in die Luft, die Trompeten ſchmettern,


