Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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der, mit kuͤnſtlich gemeiſelten Hieroglyphen; zwei Stiere aus Marmor nehmen das außerſte Ende des Gemaches ein. Ran ſieht rings herum ſaͤugende Frauen. Ein großes Gebaͤude, wovon nur noch die Grundlagen vorhanden find, gehet dem Tempel voran. Jenſeits oͤffnet ſich ein großer Behaͤlter, der die Waſ⸗ ſer des Nils aufnahm. Etwas weiter davon, auf dem Ufer des Fluſſes, trifft man ein anderes Gebaͤude, welches wahrſcheinlich der Tempel Jupiters war, und von den Chriſten in eine Kirche verwandelt wurde. Der Gips, worauf man Kreuze gemalt hat, bedeckt die Hieroglyphen und gegyptiſchen Aufſchriften.

Esne, ehedem Latopolis, verehrte die Mi⸗ nerva und den Fiſch Latus. Sie hat in ihrem Um⸗ kreiſe einen alten Tempel; dicke Mauern ſchließen ihn von drei Seiten. Sechs betraͤchtliche kannelirte Saͤu⸗ len, uͤber welchen ein mit Palmblaͤttern geziertes Ka⸗

pital angebracht iſt, bilden die Außenſeite; achtzehn

andere unterſützen das Dach, welches aus breiten

Marmorplatten zuſammen geſetzt iſt. Ein Fries umgibt

das Gebaͤude, und zahlloſe Hieroglyphen bedecken die aͤußeren Waͤnde. Diejenigen, welche man inwendig ſieht, zeigen, wie weit es die Aegypter ſchon in der Bildhauerei gebracht hatten. Der Tempel iſt voll Unrath. Die Barbaren erroͤthen nicht, die ſchoͤnſten Denkmale Altaͤgypteus in Pferdſtaͤlle zu verwandeln. Eine Meile weſtlich von Esne iſt ein anderer Tempel, auf deſſen Mauern man oͤfter eine ſitzende