Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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531 Was muß man von einem Tempel denken, oder von dem Pallaſte, zu welchem dieſe Halle den Eingang andeutete?

VI. Savarv verließ nun Achmounain und ſchiffte uͤber den Nil, um die Ueberreſte von Anti⸗ noe zu beſuchen. Hier bewunderte man den Ge⸗ ſchmack und die Zierlichkeit, welche die Roͤmer von den Griechen erlernten; aber man bemerkt nichts von der Erhabenheit und wunderbaren Groͤße, nichts von der Feſtigkeit, welche das aͤgyptiſche Volk allen ſeinen Monumenten zu geben wußte, und die uͤbrigen Na⸗ tionen nicht zu erreichen im Stande waren.

Nabe bei dieſer Stadt ſind die Truͤmmer des al⸗ ten Obydus, wo man das Orakel des Gottes Beſa um Rath fragte. Ein Kloſter des Derwiſch, mit Namen Cheik Abade bedeckt nun den Platz. Ga⸗ gen das Ende des vierten Jahrunderts war Antinoe von Chriſten bevoͤlkert.

Von hier Strom aufwaͤrts auf der naͤmlichen Seite liegt Aboutig, eine kleine, ſehr heitere Stadt, das alte Aboutis, von welchem Stephan von Byzanz ſpricht. Die Tuͤrken bauen hier viel Mohn, um Opium daraus zu bereiten. Die reichen Leute verſchaffen ſich durch den Genuß deſſelben die angenehmſten Fantaſien. Das gemeine Volk ver⸗ ſchluckt dafuͤr nuͤchtern einige Kuͤgelchen von gehackten Hanfblaͤttern, welche dieſelben Wirkungen hervor bringen.