Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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davon auf dem Markte kaufen, daß er einen Tag da⸗ von zu leben hat.

Wenn in den noͤrdlichen Gegenden rauhe Kälte herrſchet, ſo kommen zahlloſe Voͤgel auf den See Moͤris und die Kanaͤle von Faioum, um daſelbſt zu uͤberwintern. Eine Menge davon werden gefangen. Nur fuͤr den Ibis, Kranich und Schwan hat ſich noch bei den jetzigen Aegyptern ein Reſt alterthuͤmlicher Verehrung erhalten. 4

Faioum hat nur eine halbe Meile im Umkreiſe, und liegt auf dem öͤſtlichen Ufer des Kanals. Die Haͤuſer, aus Backſteinen erbaut, welche an der Sonne getrocknet ſind, bieten den traurigen Anblick einer Maſſe von Huͤtten dar. Das Volk, welches ſie be⸗ wohnt, iſt arm und ohne Energie. Alle Kuͤnſte be⸗ ſchraͤnken ſich hier auf einige Manufacturen von Stroh⸗ matten, groben Deppichen und Roſenwaſſer⸗Diſttlli⸗ rung. Ein Cachef beherrſcht die Stadt im Namen eines Bey von Groß⸗Cairo. Mehrere Scheiks Arabiens, welche Laͤndereien in der Umgegend be⸗ ſitzen, bilden ſeinen Rath; ſie begeben ſich zwei oder drei Mal die Woche zum Divan, zufolge der Einladung des Statthalters. Ihr Oberhaupt genießt große Ach⸗ tung. Die Eintracht beſteht jedoch nicht lange unter den Gliedern der Verwaltung. Die ſtets neu aufkei⸗ menden Kriege zu Groß⸗ Cairo haben Einfluß auf die Ruhe der Provinzen. Die ſtegreiche Partei ent⸗ reißt Herrſchaft und Beſitzthum den Eignern. Die