Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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gleiten. Als ich ihn um die Urſache fragte, gab er zur Antwort, daß er gar nicht gern in der Naͤhe des Großherrn, ſondern lieber ſo weit als moͤglich entfernt ſei. Denn, ſetzte er bei, keines Tuͤrken Kopf iſt ficher, das gerinſte Verſehen, eine vernachlaͤſſigte Ze⸗ remonie zieht die Todesſtrafe nach ſich. Als ich aͤuſ⸗ ſerte, daß dieſe Handhabung der ſogenannten Gerech⸗ tigkeit doch ein wenig zu hart ſey, erwiederte er: Wir wiſſen es nicht anders, fuͤgen uns willig darein, und haben Geduld bis zum Kopf verlieren.

Die Graͤber der Tuͤrken ſind prunklos, meiſt mit einem Steine geziert, worauf ein Turban gehauen iſt. Auch ſtehen manchmal zwei Saͤulen, eine Elle hoch, am Haupte und zu den Fuͤßen. 3

Die Graͤber ihrer Heiligen aber ſind prunkvoller und oft rieſenhaft groß. Bei denſelben muß jeder Tuͤrke, wenn er voruͤber geht, ſeine Andacht verrich⸗ ten. Die Frauen kommen oft des Nachts auf die Graͤber ihrer Freunde und Verwandten, um dort iu beten und zu weinen. 5

Auch der Tuͤrken Jahrmaͤrkte oder Kirchweiben fand ich merkwuͤrdig, wovon ich einem zu Lescoya in Servien beiwohnte. Sie ſchließen ſich in enge Gaſſen ein und in kleine Gaͤnge abgetheilt, wird jede Gattung von Waare geſondert verkauft. Man ſiehl! allerlei Arten von tuͤrkiſcher Kleidung, und hoͤrt ver⸗

ſchiedene Muſik, die aber rauh und widerlich klingt,