Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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chen, und bemerkte unter andern, daß er den Chriſten ſehr freundſchaftlich zugethan ſey.

XXXXIX. Im Stadtchen Korab iſt ein Haus, worin einſt ein perſiſcher Koͤnig geboren wurde. Das⸗ ſelbe iſt, nach der Sitte des Landes, noch eine Frei⸗ ſtatte fuͤr die Fluͤchtlinge.

Unſere fernere Reiſe fuͤhrte uns den Strand des kaſpiſchen Meeres entlang; an demſelben erreichten wir den 4. Februar, unter Schnee und Regen, das Stadtchen Aſtara, deſſen Gebiet gleiches Namens das naͤchſte au der Landſchaft Kilan iſt. Hier traf ich Weinſtoͤcke, deren unteren Stamm ein Mann nicht umſpannen kann. Die Trauben ſind ellenlang, und ſollen von einer Rebe einen Eimer Wein geben. Der

Chau dieſer Stadt gab uns ein praͤchtiges Gaſtmahl.

Immer noch am Strande des Meexes fortwan⸗ dernd, ſahen wir das Staͤdtchen Kiſilagatz, von wo nicht ferne der enge Paß in der Prooinz Lenger⸗ kuman; dann zum Dorfe Elliesdu, und zu vie⸗

len andern zerſtreuten Ortſchaften, welche alle von koͤniglichen Soldaten bewohat ind, denen dieſe frucht⸗ bare Gegend zum Unterhalte augewieſen iſt. Hierauf erreichten wir die mocaniſche Heide, wo wir ſtets unter runden Schaͤferhuͤtten Herberge nehmen muß⸗ ten. Dieſe Heide iſt z0 Meilen lang und vierzig breit, und wird von einem Volke bewohnt, welches aus Strafe von dem Schach Hoſſeins dahin verwieſen ſeyn ſoll. Es naͤhrt ſich muͤhſam von der Viehzucht, muß aber beinahe allen Gewinn wieder an ſeine Oberherren abgeben. Die Graͤnze dieſer großen Flaͤche machte der Sluß Aras, den wir am 15. erreichten, und das Gebiet von Schamachie betraten. In der Stadt gleichen Namens blieben wir fuͤnf Wochen lie⸗ gen. Anfangs Maͤrz feierten die Perſer ihr Neujahr; guch kam des Koͤnigs Bote, dem Chan Gnade, oder Uugnade zu bringen. Es verhalt ſich dieſes alſo. Der