Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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verfallen. Aus dem Gebirge kommt der kleine Fluß Senderut, der durch die Stadt in ſo viele Kanaͤle zertheilt wird, daß beinahe jedes Haus eine Ciſterne davon hat. Iſpahan iſt durch Belagerungen und innere Unruhen ſo oft zerſtoͤrt worden, daß es ehemals viel volkreicher war; jetzt zaͤhlt es fuͤnfmal hundert tau⸗ ſend Seelen. Den Umfang der Stadt vergroͤßern die vielen Gaͤrten, auf welche die Perſer viel halten, und darin nicht allein der ſchoͤnſten Blumen und Pflanzen, ſondern auch vorzuͤglich Fruchtbaͤume und Weinſtoͤcke pflegen. Beſonders lieben ſie den Schatten; daher ſie gerne den Platanus pflanzen. Ihre Haͤuſer ſind meh⸗ rere Stockwerke hoch; oben heraus ſind die Gemaͤcher offen und mit einem niedrigen Gitter beſetzt. Darin ſchlafen ſie im heißen Sommer abwechſelnd, wo kuͤhle Luft hinweht. Die Fenſter in den andern Abtheilun⸗ gen des Hauſes ſind ſo groß, wie die Thuͤren, haben aber kein Glas, wohl aber im Winter oͤlgetraͤnktes Papier. Die Winterauartiere ſind meiſt zur ebenen Erde; weil ſie wenig Holz haben, erwaͤrmen ſie ſich mit Kohlen, welche in einem Loche unter der Erde liegen. Ueber demſelben iſt ein Gitter, auf welchem ein Tiſch und mehrere Seſſel ſtehen. Auf dieſelben ſetzen ſie ſich und huͤllen ſich bis an den Hals in einen weiten Teppich. Auf dieſe Weiſe genießen ſie einer recht wohlthaͤtigen Waͤrme.

Die Straßen der Stadt ſind ſehr enge, der Markt⸗ platz aber iſt außerordentlich groß und weit, mit Bu⸗