Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſtens mit Spiegeln von oben bis unten belegt; dar⸗ in ſah man ſich hundertfach. Hexrliche Tapeten und ſeidene Polſter bedeckten den Boden. Waͤhrend des Gaſtmales erſchienen des Koͤnigs Taͤnzerinnen wieder. Dieß iſt in Perſien durchgehends Sitte, und der Wirth bittet ſeine Gaͤſte, ſich ja kein Vergnuͤgen zu verſagen. Gefaͤllt nun eine dieſer reitzenden Geſtalten, ſo begibt man ſich mit ihr in eines der Seiten⸗Gemaͤcher und ſetzt ſich nach der Zaͤrtlichkeit ruhig wieder an ſeinen vorigen Platz. Wem dieſe Thorheit nicht gefaͤllt, dankt dem Wirthe mit Verneigung des Hauptes.

Des Reichskanzlers Angeſicht war roth⸗gelb; er hatte einen blauen und einen ſchwarzen Augapfel und keinen Bart; denn er war ein Verſchnittener. Man erzaͤhlt ſich von ihm folgende ſkandaloͤſe Geſchichte. Tagge, dieß war ſein Name, verliebte ſich als Knabe ſchon in eine der Frauen des Koͤnigs, die er, als er im Pallaſte zu verſchiedenen Arbeiten gebraucht wurde, von ungefaͤhr zu ſehen bekam. Das Gluͤck war ihm ſo guͤnſtig, daß die Schoͤne ihn erhoͤrte; al⸗ lein ihr heimlicher umgang wurde dem Koͤnige verra⸗ then. Tagge hatte das Leben verwirkt, das wußte er. Da ſchnitt er ſich ſelbſt das Werkzeug ſeiner Suͤnde vom Leibe und ſandte es dem Koͤnige, mit der Bitte, ihm dafuͤr ſeinen Kopf zu vergoͤnnen. Dieſe Entſchloſ⸗ ſenheit gefiel dem Monarchen ſo wohl, daß er ihm Verzeihung ſchenkte, ja daß er ihn zum Sekretaͤr in ſeiner Kanzlei machte, und ihm ſpaͤter, da er ſich