Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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des Koͤniges, und bei demſelben, wie bei allen Edlen des Reiches ſehr beliebt. Er war reich und wohl be⸗ ſtellt mit Allem, was das Leben augenehm machen kann. Deſſen ungeachtet trug er eine unbezwingliche Sehnſucht nach ſeinem Vaterlande, und da er jetzt die Gelegenheit nahe glaubte, mit uns dahin zuruͤck kehren zu koͤnnen, ſo ſuchte er bei dem Koͤnige um die Erlaubniß hiezu nach. Der Koͤnig wollte ſie ihm nicht geben; er keß ihm die ſchmeichelhafteſten Worte ſagen, und ſchickte ihm ſogar Geſchenke. Ju der folgenden Nacht ſchlich ein Dieb in ſein Haus, ihm dieſen Schatz zu ſtehlen. Stadler ertappte denſel⸗

ben, jagte ihn aus dem Hauſe und toͤdtete ihn. Der

diebiſche Mann war aber von einer vornehmen Ver⸗ wandtſchaft, und dieſe trat ſogleich bei dem Mufti (Oberprieſter) klagbar auf. Es iſt ein Geſetz in Per⸗ ſien: welcher Chriſt einen Muhamedaner toͤdtet, muß des Todes ſterben. Der Teutſche wurde alſo eingeio⸗ gen und vor Gericht gebracht; das Todes⸗urtheil blieb nicht lange aus. Unſere Geſandten bemuͤhten ſich bei dem Koͤnige, das Leben des braven Landsmannes izu retten; auch die Edlen des Reiches, dem Kuͤnſtler ſo hold, bemuͤhten ſich darum. Der Koͤnig ſprach ſo⸗ gleich das Wort der Begnadigung aus, allein nach des Mufti heftigem Verlangen nur in ſo fern, als Stadler ſich wollte beſchneiden, und mit dem Tur⸗ ban bekleiden laſſen. Alle ſeine Freunde bemuͤhten ſich, ihn dazu zu bereden; große Ehren, große Reich⸗

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