5
108
Thuͤre war, unter Tapeten verſteckt. Hinter derſelben war ein Perſer, welcher der portugiſiſchen und italie⸗ niſchen Sprache wohl kundig war. Er ſollte belau⸗ ſchen, was die Geſandten unter einander redeten, und es dem Koͤnige wieder ſagen. So viel ich weiß, hat dieſer nicht viel in Erfahrung bringen koͤnnen. Nach geen⸗ detem Mahle gingen alle Gaͤſte, jedoch ohne den ge⸗ ringſten Abſchied fort. Auch die Geſandten und wir alle begaben uns hinweg, nachdem wir jedoch dem Koͤ⸗ nig unſere Verbeugung gemacht hatt n.
XXXX. Am 24. Auguſt wurden die Geſandten zur erſten Audienz gelaſſen, welcher der Koͤnig ſelbſt mit dem Reichskanzler und andern Vornehmen, bei wohnte. Nach einer Unterredung von zwei Stunden wurde wieder Tafel gehalten, auf die naͤmliche Weiſe, wie ſchon beſchrieben worden iſt.
Zu Ispahan war ein katholiſches Moͤnchs⸗ Kloſter, mit Spaniern bevoͤlkert. Von ihnen wurden wir zu Gaſt geladen, und recht gut bewirthet. Das Kloſter lag außer der Stadt und war ein weitſchichtiges Gebaͤude, mit einer ſchoͤnen Kirche. Ein großer Gar⸗ ten war ganz dazu geeignet, Luſt und Freude in der Menſchen Herzen zu erwecken. Ich ſah unter andert darin einen Baum, der ſo breit und groß war, daß er einen ganzen Deich beſchattete.
Der September⸗Monat hatte begonnen; der Herbſt trat nun ein. Die Naͤchte wurden kalt; wer nich


