Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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106 üͤber die Bruſt herab zwei Zobelpelze. Sein Saͤbel funkelte von Gold und Sdelſteinen; hinter ihm lagen Bogen und Pfeile. Ihm zur Rechten ſtanden zwanzig ſchoͤne, junge Knaben, Pagen, meiſtens mit Faͤchern in der Hand. Neben ihnen war der Kammerdieuer, unmittelbar vor dem Koͤnige aber der Groß⸗Marſchall. Dieſer hielt in der Hand einen goldenen Stab, mit einem großen, runden Knopfe. Zur Rechten des Mo⸗ narchen ſaß der d eichskanzler, und neben dieſem hat⸗ ten mehrere Chans, oder Fuͤrſten, Platz Urnonlnred

Als ſich die Geſandten dieſer erhabenen V um⸗ lung naͤherten, wurden ſie immer von zwei Fuͤrſten bei den Armen ergriffen und ſo zum Koͤnige gefuͤhrt, der ihnen nicht die Hand, ſondern das Knie ꝛum Kuſſe darreichte. Dieſe Sitte ſoll bei den Perſern ſeit der Zeit eingefuͤhrt ſeyn, als Schach Abar von ei⸗ ner tuͤrkiſchen Geſandtſchaft meuchleriſcher Weiſe er⸗ mordet worden iſt. Den Unterthauen wird der Fuß zum Kuſſe gegeben.

Unſere Geſandten wurden hierauf zur Seite, wo die Fuͤrſten ſaſſen, gefuͤhrt, und mußten daſelbſt auf niedrigen Stuͤhlen Platz nehmen. Fuͤnfzehn aus ihrer Begleitung erhielten gleichfalls Sitze im Koͤnigs⸗Saale; die Pagen und uͤbrigen Diener aber außer demſelben, nebemeinigen ſehr ſchoͤnen, reitzend gezierten Taͤnzerin⸗ nen, welche mit offenem Antlitze und entbloͤßtem Bu⸗ ſen, auf koſtbaren Tapeten ſaſſen. Dieſe Taͤnzerinnen waren zugleich die auserleſenſten Freuden⸗Maͤdchen der

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