Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

44

geſchwaͤrmt, und dem Schiffe auf Boͤten ſehr nahe gekommen ſeyen, aber keinen Angriff gewagt haͤtten.

VIII. Smiowa, der Schlangenberg, zur Rech⸗ ten des Ufers, liegt nahe bei dieſer Stelle. Vor Zei⸗ ten ſoll ein ungeheurer Drache darauf gewohnt haben, welcher dem Lande großen Schaden gethan, aber von einem Helden getoͤdtet und in drei Stuͤcke gehaut wor⸗ den ſeyn ſoll, welche augenblicklich zu Stein wurden, und noch auf der Spitze des Berges zu ſehen ſind.

Tags darauf begegnete uns ein anderes, großes Schiff mit 300 Laſten, welches dem reichen Kloſter Troitza, 12 Meilen von Moskau, gehoͤrte.

Am 1. September ſegelten wir an der Stadt So⸗ ratoff voruͤber, vier Werſte vom Ufer, in einer ebe⸗ nen Gegend gelegen. Sie wird von einem Woywo⸗ den und bloß Strelitzen bewohnt, welche den Tarta⸗ ren, die ſie hier Kalmucken nennen, wehren muͤſſen. Sie kommen aus dem großen Strome Don, welcher Europa von Aſien ſcheidet, auf dem Bache Ilo⸗ ba in leichten Kaͤhnen zur Wolga, daher dieſer Ort

am unſicherſten vor ihren Raͤubereien iſt. Wir wa⸗ ren gluͤcklich voruͤber, als wir eine Karavane von 16 großen und s kleinen, perſiſchen und tartariſchen Schif⸗ fen gewahr wurden. In ihrer Mitte war der tarta⸗ riſche Prinz Muſal, welcher ſogleich Strelitzen an uns ſendete, als er vernommen hatte, wer wir ſeyen, um den Geſandten ſeinen Gruß zu bringen. Auch mit Freudenſalven begruͤßten wir uns gegenſeitig. Dar⸗