h. Nikolaus, in roher Malerei, wie die ruſſiſche uͤberhaupt iſt. Auch zeigte er uns ſeine Bibel in Skla⸗ voniſcher Sprache, und las eine Stelle aus derſelben. Wo er geblieben war, merkte er ſich durch ein troͤpf⸗ lein Wachs.
Am andern Tage gelangten wir zum Dorfe Co⸗ rodiza, wo wir am freien Strande Mittagstafel hielten. Der Priſtaffe brachte einen jungen Baͤren, mit dem wir uns einige Zeit kurzweilten. Nachts er⸗ reichten wir das Dorf Solza, wo uns ein ruſſiſcher Fuͤrſt, Namens Roman Ivanowitz, beſuchte. Er war ganz betrunken, und doch trank er noch mit großer Gierde von unſerm Branntwein und ſpaniſchem Wein ſo lange, bis er beſinnungslos zur Erde fiel.
Bei dem Dorfe Grunza trafen wir an einem Teiche viele Kraniche an, und bei dem Dorfe Krif⸗ zewitza ſahen wir das wohlgebaute Kloſter Nacha⸗ tim, welches fuͤr den Kaiſer 100 Mann Soldaten un⸗ terhalten muß.
Endlich erreichten wir Neugard. Der Woy⸗ wode ſchickte uns in die Herberge eine Tonne Bier, Meth und Branntwein, der Geſandte verehrte ihm da⸗ fuͤr ein ſilbernes, vergoldetes Trinkgeſchirr. Nach vier Tagen Ruhe fuhren wir zu Waſſer auf Brunnitz. Als wir an das Land geſtiegen waren, erſchien eine ruſſi⸗ ſche Prozeſſion mit Kreuz und brennenden Wachslich⸗ tern an dem Strande, das Waſſer zu weihen. Nachdem der Pope einige Zeit geſungen und geleſen hatte, ſtieß
7


