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Nur mit großer Gefahr kann man ſich hier der pfeil⸗ ſchnellen Stroͤmung anvertrauen, und noch beſchwerli⸗ cher iſt, Strom aufwaͤrts zu ſchiffen. Wir ſtiegen deß⸗ wegen an das Land, und unſere Schiffe wurden mit⸗ tels langer Seile uͤber die Brandung gezogen. Eines derſelben, als es beinahe ſchon die Hoͤhe erreicht hatte, riß ſich los, und fuhr mit einer gewaltigen Schnellig⸗ keit zuruͤck. Zum Gluͤck ſchlang ſich das Seil um ei⸗ nen hervorragende Felſen, von dem es nur mit Muͤhe wieder losgebracht werden konnte. Man erzaͤhlte uns, daß kurz zuvor ein Schiff mit Fiſchen beladen am naͤm⸗ lichen Orte untergegangen ſei. Am Abende erreichten wir das Kloſter Nikolai Nepoſtiga, wo wir einen Tag lang ruhten. Hier und faſt die ganze Zeit un⸗ ſerer Reiſe waren wir wieder von den Muͤcken ſehr geplagt. Einige der Unſrigen waren im Geſichte ſo zerſkochen, daß ſie ausſahen, als ob ſie die Pocken ge⸗ habt haͤtten. Dieſe Plage iſt zur Sommerszeit in Li ff⸗ land und ganz Rußland einheimiſch. Die Vorneh⸗ men fuͤhren deßwegen ein Gezelte von feinem Netze mit ſich, das ſie uͤber ihr Lager ausſpannen; die Aer⸗ mern aber machen ein großes Feuer auf, und lagern ſich ſo nahe daran, als moͤglich.
Ein Moͤnch brachte uns Rettige und Gurken; der Geſandte ſchenkte ihm dafuͤr einen Thaler. Daruͤber war jener ſo erfreut, daß er uns, wider die Gewohn⸗ beit der Ruſſen die Kirche aufſchloß. In der Vorka⸗ pelle ſahen wir an den Waͤnden die Wunderwerke des


