Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Unſer Aufenthalt verlaͤngerte ſich zu Noteburg bis in die ſiebente Woche, bis endlich der Woywode von Neugard die Nachricht gab, daß ein ruſſiſcher Priſtaffe(Abgeordneter) zu Laba uns erwarte. So kamen wir am 27. Juni fruͤh 4 Uhr zu einem Bache, vierzig Schritte von dem genannten Orte, der die ruſ⸗ ſiſche und ſchwediſche Graͤnze ſcheidet. Als wir uͤber das Fluͤßchen gefahren waren, empfing uns der Priſt⸗

affe mit ſteifem Stolze, und noͤthigte uns in eines Edelmanns Haus, in eine kleine, von Rauch ganz ſchwarze Stube, welche ſtark geheizt war. Nun wur⸗ de den Geſandten zum Will komm etliche Schalen voll ſehr ſtarken Branntweins und zweierlei Arten unſchmack⸗ haften Methes gereicht, mit etlichen Stuͤcken Pfeffer⸗ kuchen. Der Priſtaffe trug einen rothen Rock von Da⸗ maſt, und war nicht zu bewegen, die Bedeckung ſei⸗ nes Hauptes abzunehmen. Nachdem er ſeines Kaiſers Namen und langen Titel geſagt hatte, endete er ſeine Rede mit dem Verſprechen, uns ungeſaͤumt nach Moskau zu bringen, und bis dorthin mit allem Nothwendigen zu verſehen. Sein Dolmetſcher ſprach aber ſo ſchlecht teutſch, daß wir ihn kaum verſtehen konnten.

Als wir wieder ſcheiden wollten, gaben die Stre⸗ litzen, welche zwoͤlf Koſaken waren, eine Ehrenſalve, aber ſo unordentlich und ſo unvorſichtig, daß einer aus unſerer Mitte durch das Oberklied geſchoßen wurde.