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Beſatzung von Navve in Schlaͤgereien und Uneinig⸗ keiten gerathen war. Deßwegen gingen mehrere von dem Gefolge nach Neugarten voraus, an der Straße nach Moskau; der Geſandte ſelbſt folgte bald nach, und kam nach Reval, wo wir ſechs Wo⸗ chen blieben. Als aber die Botſchaft eintraf, daß die ſchwediſchen Geſandten eingetroffen ſeyen, kehrten wir nach Narve zuruͤck. Dort wurde gemeinſchaft⸗ lich beſchloſſen, den Weg nach Neugard durch Ca⸗ relien uͤber den Ladogaiſche See zu nehmen, was durch einen Eilboten dem Woywoden zu Neu⸗ gard berichtet wurde, damit dieſer dafuͤr ſorge, daß wir an der Graͤnze nicht lange warten duͤrften. Denn es iſt in Rußland und Perſien Gebrauch, daß die fremden Geſandten vorerſt dem Herrn des Landes an⸗ gekuͤndiget werden muͤſſen, bis ſie ſein Gebiet betre⸗ ten duͤrfen. Von dort an aber ſind ſie frei fuͤr Zeh⸗ rung und alles, was ſie beduͤrftig ſind.
IV. Am 24. Mai ſah ich zu Naroe ein ruſſiſches Todtenfeſt. Ich traf den Gottesacker voll Weiber an, welche auf den Leichenſteinen ſchoͤne, ausgenaͤhte Tuͤ⸗ cher ausgebreitet hatten, auf welche ſie einige Schuͤſ⸗ ſeln mit Kuchen, Fiſchen und gefaͤrbten Eiern legten. Sie ſtanden, oder lagen auf den Kuien herum, heul⸗ ten und ſchrien, ſtellten etliche Fragen an die Tod⸗ ten, indeß ſie manchmal ſich umwandten, und ihre kommenden oder gehenden Bekannten freundlich und la⸗ chend gruͤßten, aber gleich darauf wieder mit dem


