—
103
Mal. Das Empfehlungsſchreiben an den Fuͤrſten Gal⸗ litzin war indeſſen abgegangen, es blieb aber unbe⸗ antwortet. Daraus zog man den Schluß, daß die Deputirten wohl recht geweiſſaget haͤtten, und die Moſeoviten auf einer Laune verharrten. Es mußten alſo andere Maaßregeln genommen werden.
Man wendete ſich daher an den Grafen Syri, welcher als Geſandter des Koͤnigs von Polen nach Perſien gehen ſollte, und bat ihn, unſern Reiſen⸗ den einen ſicheren und leichten Weg bis in das Koͤnig⸗ reich der Usbeken, wo eigentlich die Tartarei an⸗ faͤngt, anzugeben, damit man dieß letztere Gebiet gantz kennen lernen koͤnnte.
Der Graf Syri, ein ſehr verdienſtvoller Mann, reich an Sprachkenntniſſen aller Art und an anderem Wiſſen, ein Freund der katholiſchen Kirche, der ſelbſt ſchon Miſſionaͤre nach Sch amaki und andern Orten befoͤrdert hatte, uͤberhaupt ein vollkommener Chriſt war, und gerne die Religion ſowohl, als die Wiſſen⸗ ſchaften befoͤrderte,— dieſer Mann wurde alſo er⸗ ſucht, unſere Reiſenden nach China zu befoͤrdern und mitzunehmen, und ſich zu dem Behufe Briefe vom Hofe Frankreichs zu erbitten. Er ſchrieb auch ſogleich deßhalb an den Pater La Chaiſe, damit dieſer bei dem Koͤnige von Frankreich ihm die noͤthigen Briefe an den Koͤnig von Perſien, an den Koͤnig der Usbe⸗ ken, und an den Schach von China auswirke, auf de⸗ ren Grund er unſeren Plan unterſtuͤtzen koͤnnte.


