erkennen, ſo ſollen ſie auch nicht mit Vermeſſenheit oder Trotz ſich auf ihre Macht ſtuͤten. Es iſt nicht genug zu wiſſen, was Gott befohlen hat, ſondern man muß auch in Furcht und Demuth die erkannte Pflicht erfuͤllen. Wenn nur der Kaiſer und deſſen Befehlsha⸗ ber von der Pflicht durchdrungen ſind, dann liegt nicht daran, ob der Haufe auch gut iſt, obſchon es beſſer waͤre, alle rechtſchaffen zu wiſſen.
In Teutſchland ſind leider! viele, welche die tuͤr⸗ kiſche Herrſchaft mehr wuͤnſchen, als jene des Kaiſers und der Fuͤrſten. Mit ſolchen wuͤrde freilich ein har⸗ ter Kamdf gegen die Tuͤrken ſeyn; dieſen ſollte man die ihnen drohende Gefahr, und die Groͤße ihrer Suͤnde vorſtellen. Vorerſt daß ſie ihrer Obrigkeit, welcher ſie geſchworen haben, meineidig geworden ſind. Denn wer ſich freiwillig von ſeinem Herrn abwendet, und zum Tuͤrken begibt, deſſen Inneres wird ihn ſtets mit dem Vorwurfe der Treuloſigkeit quaͤlen, in welcher er ſich ſeinem rechtmaͤßigen Herrn entzogen hat. Soll die Suͤnde vergeben werden, ſo muß das entwendete Gut zuruͤck gegeben werden: allein wer unter den Tuͤrken iſt, kann zu ſeinem vorigen Herrn nicht will⸗ kuͤhrlich zuruͤck kehren, und ihm die Treue wieder leiſten. Vielmehr hat er ſich durch ſeine Verbindung mit den Tuͤrken auch der Feindſeligkeit gegen den
chriſtlichen Glauben, der Luͤge und der Zerſtoͤrung des
haͤuslichen Friedens und Gluͤckes durch die Vielwei⸗
berei eben ſo ſchuldig gemacht, als dieſelben, wenn


