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den Tuͤrken, wie es bisher von vielen Paͤpſten geſche⸗ hen iſt. Denn der Kaiſer iſt nicht das Haupt der Chriſtenheit, noch der oberſte Beſthuͤtzer des Evange⸗ liums, beſtimmt zur Ausrottung des türkiſchen Glau⸗ bens. Des Kaiſers Schwert gehoͤrt nicht fuͤr den Glauben, ſondern nur fuͤr weltliche Angelegenheiten.
Es iſt nicht Recht, daß erſt ein roͤmiſcher Geſandter die Staͤnde des Reiches wider den Tuͤpken unter dem Vorwande reitzen ſoll, daß der Feind des ehriſtlichen Glaubens der ganzen Chriſtenheit großen Schaden zu⸗ fuͤge. Wollte der Geſandte ſeine Pflicht bloß erfuͤllen, ſo muͤßte er die Staͤnde bloß an Gottes Gebot erin⸗ nern, und ſagen: wollt ihr Kaiſer und Fuͤrſten ſeyn⸗
ſo erfuͤllt als ſolche eure Pflicht, oder der Tuͤrke wird es euch lehren durch Gottes Ungnade. Allein euch Staͤnden iſt die Erfuͤllung der Pflicht nur Scherz und Schimpf, wie eine Mummerei fuͤr die Faſtnacht. Ihr
laßt eher eure Unterthanen vom Tuͤrken plagen, weg⸗ fuͤhren, ſchaͤnden„pluͤndern, erwuͤrgen und verkaufen. Glaubt ihr nicht, daß Gott von euch alle eure Unter⸗ thanen zurück fordern wird, die ihr ſo ſchaͤndlich ver⸗
laſſen habt, waͤhrend ihr getanzt, gepraßt und geſpielt habt? Wuͤrdet ihr ernſtlich glauben, von Gott zum
Kaiſer und Fuͤrſten eingeſetzt zu ſeyn, ſo wuͤrdet ihr
nicht große Gaſtmaͤler halten, um den Rang ſtreiten,
und unnüͤtze Pracht ausuͤben, ſondern berathen„ wie ihr eurem Amte und Gottes Gebote genuͤget, und euer Gewiſſen von dem Blute und Jammer eurer


