Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

254

gehalten wurde. Deun er wurde von hier nach der Pfortners Wohnung an dem Hofe des Sultans ge⸗ bracht, und in ein ſchlechtes, unrathvolles Gefaͤngniß geworfen, wo er, ob er gleich die erſten vierzehn Tage ein gutes Abendeſſen erhielt, dennoch kein anderes Lager fand, als die kalten Steinplatten. Dieß wuͤrde jedoch noch ertraͤglich geweſen ſeyn, wenn nichts Schlimmeres erfolgt waͤre. Denn der Paſcha, der vielleicht neue Nachrichten uͤber ſeine Herkunft und ſeine Verbindungen eingezogen hatte, und die Mei⸗ nung hegte, daß es kein beſſeres Mittel gaͤbe, das Loͤſegeld von ihm zu bekommen, als ihn uͤbel zu be⸗ handeln, gab den ſtreugſten Befehl, von Zeit zu Zeit noch aͤrger mit ihm umzugehen, als er in ſeiner er⸗ ſten Gefangenſchaft behandelt worden war.

Am folgenden Morgen wurde er hierauf an einen ſchlimmern Ort gebracht, und ſeine beiden Fuͤße in den Block geſpannt, eine ſchwere eiſerne Kette ihm um den Hals gewunden. Seine beiden Haͤnde vor ihm zuſammen gebunden, ſein Koͤrper den langen Weg auf den Ruͤcken ausgeſtreckt, und ihm ein großer ſchar⸗ fer Stein unter die Lenden gelegt, ſo daß er ſich nicht ruͤhren konnte, und dabei beſtaͤndig von Laͤuſen ge⸗ plagt wurde, was keine der geringſten Qualen war, die er zu erdulden hatte; ſo daß er oft wuͤnſchte, zum Tode verurtheilt worden zu ſeyn. Er richtete all' ſeine Gedanken dahin, und machte ſich darauf gefaßt, wenn ein ſolches Schickſal uͤber ihn verhaͤngt werde,