82
v. Hauptſtuͤ ck. Aufenthalt und uͤble Behandlung in der Tuͤrkei; Reiſe uͤber Antiochus nach Aleppo.
—
Nachdem wir am Ufer des Fluſſes Orontes ausgeſtiegen waren, begab ſich Angelo unſer Wegfuͤh⸗ rer einige Meilen weit in das Land, um uns Lebens⸗ mittel und andere Beduͤrfniſſe zu verſchaffen. In der⸗ ſelben Stadt wohnte ein Spahi, welcher ein Krieger
des Großſultans war, und den Platz unter ihm befeh⸗
ligte. Denn diejenigen, welche zu Pferde dienen, werden gewoͤhnlich Spahis oder Chorſen genannt. Dieſer Spahi kam mit einigen Janitſcharen und an⸗ deren Leuten zu uns, welche uns anfaͤnglich freund⸗ lich behandelten, am Ende aber ihr freundliches Be⸗ nehmen aͤnderten, Schmaͤhworte gegen uns ausſtie⸗ zen, und uns mehrere Sachen wegzunehmen verſuch⸗
ten, indem ſie einigen von unſeren Leuten Schlaͤge
austheilten, gegen die wir uns nicht vertheidigen durften, ſondern uns in Geduld fuͤgen mußten. Denn in der Tuͤrkei beſteht ein Geſetz, daß, wenn ein Chriſt einen Tuͤrken ſchlaͤgt, er entweder ein Tuͤrke werden, oder ſeinen rechten Arm verlieren muß; wegen welchen Geſetzes wir manche Streiche mit Geduld ertrugen. Allein dieſe Burſche begnuͤgten ſich nicht damit, uns zu ſchlagen, und uns mehrere Sachen wegzunehmen,


