Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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minder volkreich. Obwohl Konſtantinopel ſo be⸗ feſtiget iſt; ſo kann man es doch nicht fuͤr feſt halten.

Zwiſchen Konſtantinopel und Skutari iſt in der Mitte des Kanals ein Thurm auf einem Felſen, welcher mit etlichen Kanonen beſetzt iſt. Man nennt ihn Leander⸗Thurm, wovon ich die Urſache nicht anzugeben weiß, da dieſer Thurm vor Alters zu Aby⸗ dos nahe bei den Dardanellen geſtanden. Wir fanden in ihm heißes Waſſer, welches nicht Folge einer Ci⸗ ſterne, ſondern einer Quelle ſeyn ſoll.

Von da reiſten wir noch 3 Meilen uͤber Skutari hinaus, um Chaleedonien zu ſehen, welches noch aͤlter als Byzan; iſt. Die Tuͤrken nennen es Cal⸗ lekioi, die Griechen Chalcedona. Hier ſoll die chaleedoniſche Verſammlung in der Hauptkirche, die wir deswegen beſuchten, gehalten worden ſeyn. Es iſt jetzt nichts, als ein großes Dorf, mit etlichen Gaͤrten, die von den Bewohnern Konſtantinopels zum Vergnuͤgen beſucht werden.

Die Umgegend von Konſtantinopel iſt ſehr fruchtbar; es waͤchſt daſelbſt alles im Ueberfluſſe, und von vorzuͤglicher Guͤte, mit Ausnahme des Weines, der nicht angebaut wird, und daher auch zu Kon⸗ ſtantinopel unter allen Natur⸗Erzeugniſſen am theuerſten iſt. Die Tuͤrken trinken keinen Wein; ihr gewoͤhnliches Getraͤnk iſt Kaffee, oder Sorbet, welcher aus Waſſer, das man uͤber klein geſtoſſene Roſinen