Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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2) Pola, wo wir den andern Tag Anker war⸗ fen, iſt eine der aͤlteſten Staͤdte in Iſtrien. Sie hat etwa 7— S00 Einwohner, und war ehemals eine Republik, was ich kaum wuͤrde geglaubt haben, wenn mich nicht Spuren der ehemaligen Groͤße dieſer Stadt, wie auch Inſchriften davon uͤberzeugt haͤtten. Nach dem Dichter Calimachus iſt Pola eine Kolonie der Kolchier, welche die Archonauten verfolgten. Dieſe ſollen auf der Donau, welche ehedem Iſtor hieß, dahin gekommen ſeyn, woher auch der Name des Landes Iſtrien ſich leiten ſoll.

Am St. Johannes Abend hielten ſich unſere Galeeren ſegelfertig, weil ſie aber widrigen Wind hatten, wichen ſie ihm aus, und liefen mehr als 6 Meilen fruͤher in den Hafen von Veruda ein. Den andern Tag ſegelten wir durch den Golf von Guagr⸗ neret, welcher 18 Meilen breit iſt. In der Mitte deſſelben uͤberfiel uns ein Sturm, welcher uns in

große Furcht ſetzte. Denn die Galeeren koͤnnen dem⸗

ſelben nicht ſowohl widerſtehen, wie andere Schiffe: er legte ſich jedoch bald wieder, und befreite uns von der Furcht. Wir erhielten aber dadurch noch nicht guͤnſtigen Wind, ſondern mußten noch 2 Tage zubrin⸗

gen, ehe wir nach Zara kommen konnten, welches

von Pola 100 und von Venedig gegen 200 Mei⸗ len entfernt liegt. Auf dem Wege dahin ſahen wir viele Inſeln, Doͤrfer und Flecken von Dalmatien, unter andern Ulbo, Selva, eine niedliche Stadt,