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Mich. Angelo, oon deſſen kuͤnſtlichem Meiſſel auch der Brunnen auf dem Markte, der den Neptun von 4 Meerpferden gezogen vorſtellt, ſeyn ſoll. So ſehr alles dieſes anſpricht, ſo wuͤrde ich doch unbefriedigt von Florenz gegangen ſeyn, wenn ich nicht einige 3 Iuſchriften gefunden haͤtte, deren ich aber ſehr viele in den Gaͤrten eines Grafen und eines Abtes fand. Von da ſetzte ich meinen Weg nach Bologna fort.
An dieſer Stadt iſt nichts zu tadeln, als die Sprache, welche die ungeſchliffenſte und rauheſte von ganz Italien iſt. Man geht durch die ganze Stadt un⸗ ter bedeckten Gaͤngen; auch ſind die Kloͤſter wohl die ſchoͤnſten in der Welt. Ich ſah in ihnen Gemaͤlde von Carrache, Guido Reni, und P. Raphael, und fand verſchiedene alte Inſchriften, unter andern eine von Titus Aviaſius Servandus, welcher zur Unterhaltung eines oͤffentlichen Bades, welches
—von Auguſt gebaut, und von Germanikus wieder hergeſtellt worden war, 400 Seſtertien vermachte. Aus dieſem kann man die Verſchwendung und Prachtliebe der Alten bei ihren Baͤdern erkennen.
Zu Bolongna ſetzte ich mich auf das Schiff, und fuhr auf dem Kanal nach Ferrara, welche Stadt ziemlich ſchoͤn und groß; aber nicht ſehr volkreich, und ungeſund iſt. Von hier kommt man durch die Kanaͤle und den Fluß Po in die Venetianiſchen Suͤmpfe, wo ich etliche Tage vor Himmelfahrt anlangte.


