129
allen Staͤdten Italiens den Vorzug, daß ſeine Pa⸗ laͤſte auf einander folgen, ohne durch andere gemeine Haͤuſer unterbrochen zu werden. Es hat auch ſehr ſchoͤne Kirchen, unter welchen die Jeſuiten⸗ und Thea⸗ tiner⸗Kirchen die ausgezeichnetſten ſind.
4) Von Geuuag nahmen wir eine Feluke(klei⸗ nes Ruderſchiff), und fuhren laͤngs der Kuͤſte des Mee⸗
res, welches die Alten das Liguſtiſche Meer nann⸗
ten nach Livorno, wo wir gluͤcklich anlangten.
Livorno iſt eine beruͤhmte Handelsſtadt, hat aber nicht viel Sehenswuͤrdiges. Deßwegen und weil ſich die Eroͤffnung der h. Pforte zu Rom herannahte, ſetz⸗ ten wir uns ſchon an dem anderen Tage zu Schiffe, und fuhren auf dem Kanal nach Piſa.
Piſa iſt eine große, ſehr ſchoͤne, aber nicht volk⸗ reiche Stadt. Ehemals war ſie ſehr beruͤhmt. In der Kirche zu St. Vietor fand ich ein Grabmal der Piſaner, welche 1444 bei einem Verſuche Majorka zu erobern, welches die Muhametaner beſaßen, umka⸗ men. Wunderbar iſt ein Thurm zu Piſa, der von oben vorgebeugt iſt. Man belehrte mich nicht, ob die⸗ ſes ein Meiſterſtuͤck der Baukunſt, oder Folge eines Erdbebens iſt.
5) Hier nah:nen wir Tags darauf Pferde, und rit⸗ ten uͤber Siena nach Rom, wo wir unſerem Wun⸗ ſche gemaͤß noch etliche Tage vor der Eroͤffnung des Jubel⸗Ablaſſes eintrafen. Die Eroͤffnung der h. Pforte ging mit der bekannten Feierlichkeit vor; ich will da⸗
17tes B. Griechenland. I. 2. 2 5


