Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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Stand eines ſolchen Mannes iſt aͤußerſt lebensge⸗ fahrlich. Denn hat der Sultan gegen einen ſolchen Staatsbeamten nur das geringſte Mißtrauen, nur den kleinſten Argwohn auf ſeine ſclaviſche Ergeben⸗ heit gefaßt; ſo eilt auf einen Wink des Sultans Henker, der ſtets bereit, den Kopf des Weſirs ſeinem Gebieter zu Fuͤßen zu legen. Naͤchſt den Weſiren ſind ſolche maͤchtige Sclaventhums⸗Huͤter die Beglerbeg, d. b. die Fürſten uͤber die Fuͤrſten, die ſind die Sanſabegs und Begs. Das otto⸗ manniſche Reich hat zwei Beglerbeg, einen in Aſien, der ſeinen Sitz in Cuteia hat, und einen in Europa, der zu Triballia gewoͤhnlich wohnt. Unter den Beglerbegs ſtanden zunaͤchſt die Ja⸗ nitſcharen⸗Aga, die Oberſten des beſten tuͤrki⸗ ſchen Heervolkes. Auf dieſe folgten die Heerrichter oder Cadileſchieri, welche allen Hader nach dem Alcoran zu ſchlichten haben.

Andere Aemter durch welche die Verfaſſung her⸗ riſch gehandhabt wurde, ſind das Emirat, von welchem die Generale des Heers abhaͤngen, das Defterdariat, an welches Steuern und Abgaben zu entrichten ſind, das Amt des Zauſchen⸗Paſcha's, welchem die tuͤrkiſchen Adeligen unterthan, und auf deſſen Befehl ſie dem Sultan, wohin er will, vor⸗ reiten muͤſſen.

Im Palaſte des Sultans halten die Weſire Paſcha woͤchentlich dreimal Rath oder Divan, 16tes Baͤndchen, Tuͤrkei I. 3. 8