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ken Kadikoi genannt; fruͤher hieß es Prokera⸗ ſtis oder Compuſa. Die Lage beider Flecken iſt aͤußerſt anmuthig.
Mit dem tuͤrkiſchen Reiche ſagt unſer Reiſender, kann kein anderes verglichen werden: denn kein an⸗ deres war ſo mit Bruder⸗Mord befleckt, wie dieſes von jeher; in keinem anderen geſchahen ſolche Graͤuel und Grauſamkeiten wie in dieſem, es muͤßte denn ein Reich der Wilden ſeyn. Es iſt nur ein Gott in der Welt, es darf nur Ein Herr auf derſelben ſeyn, und dieſer iſt Nahomed oder ſein Geweihter, der Sultan. Das iſt der ſchoͤne Grundſatz des Ko⸗ raus, auf welchen die despotiſche Verfaſſung des tͤrkiſchen Reiches ſich ſtützt. Dieſe iſt ganz zwing⸗ herriſch, und Schweigger ſetzt hinzu, daß kein Sprichwort wahrer ſey als das: wo der Tuͤrke ein⸗ mal hintrete, wachſe und gruͤne nichts mehr. Der Geiſt des Despotismus waltet, regieret, und erhaͤlt das Reich, das nur ſo beſtehen könne, wie es beſte⸗ he. Der belebende Geiſt dieſer Reichs⸗Verfaſſung iſt der Wille des Sultans, deſſen ganze Hofhaltung ſchon das jaͤmmerlichſte Sclaventhum beurkundet. Denn der Kopf des Weſirs iſt nicht ſicherer, als der eines der unterſten Sclaven, wenn dem Willen des Herrn nicht ganz genügt wird. Naͤchſt dem Sul⸗ tan iſt im tuͤrkiſchen Reiche, der Weſir Paſcha mit ſeinen Mitgenoſſen, die zweite Macht von oben herab. Die Zahl der Weſire wechſelt, und der
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