Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſcharen, welche allerlei gemalten Confekt tragen. Dieſe Truchſeſſe haben gelbgeſtickte Gürtel um den Leib, und das Zuckerwerk wird dann zum Scherbet*) verbraucht. In der Mitte der Truch⸗ ſeſſe findet man den Brautfuͤhrer, der gewoͤhnlich ein⸗ reicher Anverwandter iſt, und viel Geld auf ſein Brautfuͤhrer⸗Amt verwenden muß.

Sobald die Geſchenke des Braͤutigams der Braut überreicht ſind, vergnugt man ſich den naͤchſten Tag mit allerlei Luſtbarkeiten, und Abends mit oft präch⸗ tigen Feuerwerken. Iſt dieſer Tag der Luſt vor⸗ uͤber, dann wird der geſammte Hausrath der Braut in ihre neue Wohnung, fuͤr welche der Braͤutigam ſorgt, von Sclavinnen und Verſchnittenen geliefert. Eine Stunde vor Nacht wird ſodann die Braut ſelbſt aus ihres Vaters Haus in jenes des Braͤutigams ge⸗ bracht. Zwei Brautfackeln von bedeutſamen Farben werden ihr vorgetragen, desgleichen auch Roſen, Aepfel, Birnen, Granaten, Trauben und andere Früchte, meiſtens von Wachs. Dann folgt irgend ein Kleinod von Gold und koͤſtlichem Geſtein. So⸗ dann Kinderſpielerei, Puppen und Blumen, wieder meiſtens von Wachs. Die Braut reitet auf einem ſchoͤn geſchmuͤckten Roße unter einem uͤber ihr aus⸗ geſpannten herrlichen, von etwa 4 Perſonen getrage⸗ nen Baldachin. Das Roß iſt meiſtens ein Schimmel.

*) Eine Art Cyder oder Meth.