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eines Mufti, denn die letztere iſt ſo maͤchtig, als des Sultans Wille, beſonders dann, wenn die Ent⸗ ſcheidung einer Frage von einer Erklaͤrung eines Wortes im Koran abhaͤngt, deſſen untruͤglichſter Dolmetſcher der Mufti iſt. Der Sultan und nach ihm,— in religioͤſen Dingen uͤber ihm,— der Mufti; ſind die Seelen, welche den tuͤrkiſchen Staat durchdringen und bewegen. Gefaͤllt es dem Mufti, einem Staatsbuͤrger ſeine Habe oder ſeinen Kopf zu nehmen, ſo iſt es geſchehen. Hievon er⸗ zahlt uns Gerlach mehre Anekdoten. Gefaͤllt es dem Sultan die Schaͤtze eines Andern zu haben, oder mißtraut er einem Untergebenen, dem ein wich⸗ tiges Staats⸗Amt uͤbertragen iſt, ſo laͤßt er ſich durch den Henker, der ihm ſtets zur Seite iſt und eine wichtige Hofperſon des Sultans macht, deſſen Haupt uͤberbringen. Auch hievon erzaͤhlt Gerlach einige Beiſpiele. Solcher Despotismus waltet durch⸗ aus. So viele Wuͤrden der türkiſche Staat hat, ſo viele Despoten hat er auch, und von dieſen iſt ſtets einer dem andern ſelaviſch unterthan; alle aber ſind Sclaven des Sultans und des Mufti.— Wie wohl ſich die Unterthanen unter einer folchen Ver⸗ faſſung befinden, laͤßt ſich leicht denken. Doch ſie ſind dieſe Barbarei gewohnt, und waͤbrend der Tuͤr⸗ ke dieſelbe ſchlaͤfrig und mit guter Laune ertraͤgt, ſucht der Jude durch Geld und gute Worte ſich die Behoͤrden des Staates zu Freunden zu machen, der


