Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

328

Geiſtlichen Meſſe halten, oder vielmehr beten fuͤr das Geld derer, die zum Grabe pilgerten, und dort Opfer brachten die ſie gelobt.

Zu einer andern Zeit beſah Gerlach die be⸗ ruͤchtigten Sieben Thuͤrme, welche nach ſeinem Berichte am Bosphorus liegen, und eine kleine Veſtung bilden.

Von oͤffentlichen Plätzen der Stadt erwaͤhnt er des Atmeidans, oder des Hippodroms, wor⸗ auf er mehrmals einer Lakeyenprobe zuſah. Die Tuͤrken haben naͤmlich gerne geſchickte Schnellaͤufer. Dieſe muͤſſen dann auf dem Rennplatze nach Ger⸗ lachs Ausſage miteinander wetten. Der Schnellſte wird am beſten bezahlt und am liebſten in Dienſt ge⸗ nommen. Außerdem ſah er den großen Platz in der Naͤhe der Sct. Georgkirche, das Kloſter Stu⸗ dii genannt, wo einſt eine Akademie geſtanden ſeyn ſollte, und Philoſophen und Dichter ſich unterredeten, oder Unterricht gaben. In der Naͤhe des Atmei⸗ dans beſah er die Backhaͤuſer des Sultans und deſ⸗ ſen Getralde⸗Mühlen, welche durch Roſſe in Bewe⸗ gung geſetzt wurden.—

Auf Spaziergängen außerhalb der eigentlichen Stadt, beſah er den Berg Athos, außerbalb der Meerenge am Hellespont gelegen. Er fand ihn ſehr hoch, beſtieg ihn jedoch nicht, und berichtet uns an einem anderen Orte ſeines Tagebuchs, daß auf demſelben 24 beſondere Kloſtergebaͤude, und viele