103 Nach einem vier franzoͤſiſche Meilen langen Marſch uler die Berge, kam man zu den Ruinen eines alten lateiniſchen Kloſters. Belon fand die Gegend um Jeruſalem, wo ſie jetzt waren, ſehr wohl angebaut, Weinberge, Aepfel⸗, Mandel⸗, Feigen⸗ und Oliven⸗ baͤume. Von einem Franziskaner begleitet, ſab man zuerſt den Ort, wo Jeſus mit ſeinen Schuͤlern das Nachtmahl hielt, und eine tuͤrkiſche Moſchee ſtand, dann den Tempel der Jungfrau nahe bei der Stadt, ebenfalls eine Moſchee. Nun ſtiegen ſie in das Thal Joſaphat, uͤber den nur einen Steinwurf von der Stadt entfernten Bach Kidron, um die Begraͤbniſſe des Jeremias und Jeſaias zu ſehen. Weiter kam man in die unebene und ſteinigte Gegend von Bet⸗ phage, rechts uͤber den Oelberg, oon deſſen Gi⸗ pfel man ganz Jeru ſalem, die Ebene von Je⸗ richo und das todte, ſonſt asphaltiſche Meer ſah. Abermals uͤber den Bach Kidron gehend, ſah man das Grab der h. Jungfrau Maria und das der heil. Anna, dann das gold ene Thor, wo unter Titus die Roͤmer die Mauern durchbrachen. Von hier wandte man ſich nach dem Berge Sion, ſah dann zunaͤchſt den Schaa fteich im Thal Joſa⸗ phat, das heil. Grab, welches allein, ſeit der Zeit der Piſanen, jaͤhrlich an den Sultan achttauſend Du⸗ caten eintraͤgt. Denn jeder Fremde, der nicht Moͤnch
iſt, muß 9 Ducaten erlegen, bevor man es ihm ſe⸗ hen laͤßt.


