Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Die Mohren, die unſer Reiſender bei dieſen Wan⸗ derungen kennen lernte, fand er als luſtige, immer frohe Leute, die den ganzen Tag huͤpften und tanzten und muſieirten*). Beſonders gerne pielten die Moh⸗ rinnen auf ihrer kleinen Harfe Cinghi genannt, und ſangen dazu. Ueberhaupt, bemerkt Belon, moͤgen die Tuͤrken ihre Kenntniſſe, inſofern dieſelben

von einigem Belang ſind, von den Mohren erhalten

haben. Eine andere Luſtwanderung fuͤhrte Belon in die

Gaͤrten des nahen Dorfes Materea, wo er die Bal⸗ ſamſtauden e) beſah, die beſonders an dieſem Orte gut und in Menge gepflegt werden, und den theueren koͤſtlichen Balſam liefern, von dem ein einziger Tro⸗ ofen in Konſtantinopel ſchon mit einem Ducaten bezahlt wird. Noch eine andere Wallfahrt ſtellte Belon nach der Wuͤſte oberhalb des Dorkes Buſiris an, um dort die beruͤhmten Pyramiden oder Grabdenkmaͤler großer Aegypter zu beſehen. Auf dieſer Wanderung begegnete er oft Zigeunern, einem wahren Landſtrei⸗ chergeſindel. Er beſtieg eine der großen Pyramiden,

*) Man ſagt gewoͤhnlich; der Charakter der Moh⸗ ren ſei der melancholiſche. 8

*) Balsamea meccanensis, oder Amxris Opo- balsamum. 3