Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Mohren, Aegypter und Tuͤrken weiß oder gruͤn; das letztere war beſonders bei denen der Fall, welche in gerader Linie von Mohamed ſelbſt abſtammten.

Außerdem ſah Belon bei den Einwohnern hohe Ab⸗

ſaͤtzſchuhe, oder auch Stiefelchen unten mit Eiſen be⸗ legt, wie bei den Tuͤrken.

Von Bulak hatte man nur noch eine halbe Meile nach Kairo. Der Weg fuͤhrte durch Gemuͤſe⸗

Gaͤrten und fruchtbare Gegend, wo man unter andern

Gewaͤchſen auch wilde Limonen, hohe Sebeſten, Caſ⸗ ſien und Sykomoren fand.

Die Stadt Kairo iſt groß und geraͤumig, nicht ganz ummauert, weil ſie an mehreren Orten von dem voruͤberfließenden Nil geſchuͤtzt iſt. Sie iſt mehr lang als breit, und meiſtens von Kaufleuten bewohnt, wel⸗ che in das ganze tuͤrkiſche Gebiet umher handeln. Die Hitze des Himmelsſtriches, unter dem ſie liegt, iſt ſehr groß; daher werden ſowohl in den Gaͤrten der Stadt, als auch an andern Orten, beſonders bei den Haͤuſern viele wilde Feigenbaͤume gepflanzt, um hin⸗ laͤnglich unter Schatten ſeyn zu koͤnnen. Der Markt der Stadt, oder der Bezeſtan, war voll Laͤden und Buden fuͤr Silber, Gold, Spezerei u. dgl.

Kleine Luſtreiſen in die Umgegend der Stadt Kairo. Auf dieſen ſah Belon die nahen Ruinen Babylons, welches wohl zu unterſcheiden iſt von dem aſſvriſchen Babylon in Meſopotamien, und jetzt Bagdad heißt.