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Ihr gegenuͤber lag eine Inſel mit Zuckerrohr, Syko⸗ moren, Palmen und Colocaſſen, Gartengewaͤchſen, Getraide, beſonders Gerſte und Reis. Hier war der Nil ſtellenweis ſo reiſſend, wie die Loire in Frank⸗ reich iſt. Unterhalb Sindon ſah man den Alexan⸗ ders⸗Kanal zur Rechten, fruchtbares Land zur Linken, am ufer oft Geier, Sakerfalken, Meerfalken, den Haͤmatopus(eine Art ſchwarzer Ibis), den Hip⸗ popotamus(Nilpferd), Buͤffelochſen, das Krokodil, den Oxyrinchus(eine Art Hecht), dann Heuſchrecken, Fliegen mancher Art und ſchon oft genannte Hoͤlzer.
Noch waren die Reiſenden 40 Meilen von Kairo entfernt; dennoch ſahen ſie ſchon die Obelisken und Pyramiden dieſer großen Stadt. Vier Meilen unter ihr ſah man den Nil in zwei Arme ſich theilen, wo⸗ von einer rechts nach Damiette laͤuft, und dort die peluſiakiſche Muͤndung macht; der andere Arm aber links nach Roſette zieht, und da die ea⸗ nopiſche Muͤndung bildet.
Am Dorfe Bulak, wo alle Nilſchiffe landen, ward auch jetzt angelegt. Von hier macht man die Reiſe nach Kairo gewoͤhnlich auf Laſtthie en. Ehe dieſe ankamen, machte Belon die Beobachtung, daß die Aegypterinnen alle verſchleiert gingen, lange Klei⸗ der trugen, ſehr verſchieden von denen der Duͤrkinnen, und daß nur des Turbans Farbe den Unterſchied zwi⸗ ſchen Glaubensgenoſſen machte. Dieſen Turban naͤm⸗ lich trugen die Chriſten bunt, die Juden gelb, die


