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Die Inſel Cos ließ man zur Rechten. Schon ſah man die Stadt Rhodos mit ihren hohen Thuͤr⸗ men und Seeleuchten von ferne, und doch war man noch weit davon. Als man naͤher kam und landete, fand man die Stadt auf einem runden Huͤgel am Meere liegend, mit ſchoͤnen Gebaͤnden, gut befeſtigt, von Tuͤrken beſetzt. In den Doͤrfern der Inſel wohn⸗ ten Griechen. Die Inſel ſelbſt fand Belon frucht⸗ bar an Wein, Obſt, Feigen, Oliven u. ſ. f. Unter den Voͤgeln nennet er beſonders den Onocrota⸗ lus*),(die Loͤffelgans) unter den Schlangen die Igette, welche von den Tuͤrken Ochilanne ge⸗ nannt wurde.
NKach einigen Tagen reiſte man von Rhodus wieder ab. Der Wind wechſelte. Bald hemmte der Nordweſt, bald beguͤnſtigte der Nordwind ſo, daß man die Inſel in einer Nacht aus dem Geſichte ver⸗ lor. Dann ſtuͤrmte wieder hinderlich ein Siroe, hemmte nochmals der Weſt, bis endlich wieder Nordwind ein⸗ ſiel, und das Schiff in wenigen Tagen in die Gegend von Damiate trieb. In der Nuͤhe dieſer Stadt ſtroͤmt der Nil durch eine ſeiner ſchiffbaren Muͤndun⸗ gen in das Meer, und truͤbt ſo das letztere eine ganze Strecke weit, ob man gleich Aegypten ſchon ziem⸗ lich nahe war, ſo konnte man es doch von hier noch
*) Nach Linné der Pelecanus Onoerotalus.


