Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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den Hafen: denn dieſes liegt auf einer Anhoͤhe. Zu Konſtantinopel, oder auch zu Pera, kommt man entweder zu Lande, oder zu Meere an. Iſt das erſtere, ſo hat man hier für alle Muͤhſeligkeiten der Reiſe(denn unterwegs ſind außer den Caravan⸗ ſerais*) keine Herbergen wie in andern Laͤndern) zuerſt ein Ruhequartier zu erwarten⸗ mit dem man zu⸗ frieden iſt, zwar in keinem Wirthshauſe, aber fuͤr Geld und gute Worte bei den Bewohnern der Stadt, welche aus allen Laͤndern hier zuſammengeſtoſſen ſind, ſo daß der Ruße wie der Franzoſe, der Teutſche wie der Eng⸗ laͤnder ſeine Landsleute hier hat und aufſucht.

Keine Reſidenz in der Welt liegt bequemer, keine iſt groͤßer, und hat mehr Antiquitaͤten⸗Schaͤtze. Die Stadt liegt wie Rom auf ſieben Huͤgeln, und hat

*) Dieſe Herbergen ſind meiſt in dem ganzen Ori⸗ ente einander gleich, haben 80 120 Fuß ins Gevierte, ſind innen gepflaſtert, und oben uͤber⸗ dacht. Ein großes Thor fuͤhrt hinein. Innen find an allen Seiten einige Erhoͤhungen ange⸗ bracht, worauf die Reiſenden zu liegen und zu ruhen pſtegen. Tiſche, Baͤnke und dergleichen giebt es nicht darin. Auch ſelten kaun man Speiſen oder Matratzen haben. Das bringt der Reiſende mit. Die Pferde der Reiſenden oder ihre Neiſethiere auderer Gattung, bleiben auf dem Raum in der Mitte, wo ſie an Ringe, die im Pflaſter angebracht ſind, angebunden werden. Eigentliche Wirthshauler giebt es nicht.