Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

S 73

wird ſo auf zwei Seiten vom Meere umſpuͤlt. Die Anhoͤhe, auf welcher ſie liegt, iſt mit alten Mauern umgeben, und auf der hoͤchſten Spitze derſelben ſteht ein kleines Kaſtell gegen Seeraͤuber, oder vielmehr⸗ damit die Einwohner derſelben von der tuͤrkiſchen Be⸗ ſatzung im Zaume gehalten, und zu keinem Aufruhre gelangen konnten. Die Stadt Hephaiſtia, jetzt Co⸗ chyno, iſt oͤde. Die Inſel ſelbſt iſt voller kahler Huͤgel, iwiſchen denen jedoch gut gebaute Felder angetroffen werden. Der Hafen der Iuſel iſt nicht ſehr ſicher ge⸗ gen die Winde, und beſindet ſich auf der Seite, wo das Kaſtell von Lemnos liegt. Die Inſel iſt wenig bevoͤlkert. Die Einwohner ſind Griechen, und ſpre⸗ chen ihre eigene Sprache, wie alle die griechiſchen Be⸗ wohner der Inſel im Mittellaͤndiſchen Meere, die mei⸗ ſteus die Staͤdte den Tuͤrken laſſen, und ihre Religion und Sitten auf dem Lande bewahren. Die Inſel Lemnos iſt laͤnger als breit, und zwar zieht ihre Laͤnge von Oſt nach Weſt. Mehr als 75 Doͤrfer befinden ſich nach Belons Berichte auf derſelben. Der 8 Meilen entfernte, freilich ſehr hohe Berg Athos virft bei Sonnen⸗Untergang ſeinen Schatten auf den Hafen der Inſel. Auf der Inſel fand Belon viel Aſphode⸗ lon, Cotyledon, Ehryſanthemus, Cicho⸗ rien, Dracunculus, Lgaetuca, Braſſica, Nerion, Hippoſelinon, Pimpinella, an Stauden und Baͤumen, welche bei uns nur in Treib⸗ baͤuſern geſehen werden. Beſonders richtete er ſein X