Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſchwor ſie den Zorn der Gemile zu beſchwichten, und verſicherte ſie, daß er ſich bald nach dem Unter⸗ gange der Sonne einfinden wuͤrde. Inzwiſchen war er nicht ohne Unruhe. Iſt es eine Falle, die man dir ſtelt? Will man ſo viele Meineide raͤchen? Kennt eine Tuͤrkin wohl das Vergnuͤgen der Verzeihung? Laͤßt ſich der unaufhoͤrlich beleidigte Stolz beugen? Dieſe Gedanken bewegten ſein Herz. Der Tag kam. Die Unruhe nahm zu; tauſend Empfindungen und Gefuͤhle durchkreuzten ſich in ſeiner Seele. Allein er mußte fortgehen. Das Bild eines ſchoͤnen Weibes, das ihn erwartet, entflammt ihn, und verſchleiert die Gefahr vor ſeinen Augen. Er bewaffnet ſich beim An⸗ bruche der Nacht, durchwandelt die Reisfelder, ſchleicht ſich in das Dattelwaͤldchen, und langt bei der Mauer nan, welche ihn von der ſchoͤnen Georgerin trennte. Das Herz ſchlug ihm. Er forſchte, ob man ihn nicht beobachte, ſchwingt ſich uͤber die Mauer, und ſteigt in den Garten. Bei ſeinem Anblicke erheben ſich zwei Frauenzimmer voll Beſtuͤrzung; er bleibt unbeweglich. Eine davon(es war Gemile) reicht ihm die Hand, und beruhigt ihn. Er geht auf ſie zu, neigt ſich tief, und ſie erhebt ihn voll Guͤte, giebt ein Zeichen, und die Selavin verſchwindet.Fremder, ſprach ſie, war⸗ um haſt du mich ſo lange getaͤuſcht? Liebteſt du mich alſo nicht? Verzeihung, ſchoͤne Gemile, die Furcht hat mich bisher zuruͤckgehalten; aber ich will nun zu

deinen Fuͤßen meinen Fehler wieder gut machen.