Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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nicht entſchließen; die Frucht ſolcher Sorgfalt zu ver⸗ lieren. Eines Abends, nachdem ſie bittere Thraͤnen vergoſſen hatte, eines Abends, als ſie ſich in Gedan⸗ ken an den Geliebten, deſſen Bildniß ſie unaufhoͤrlich verfolgte, im Schatten⸗Gehege vergeſſen hatte, miß⸗ handelte ſie der alte Haſſan, voll Ueberdruß, ſo lange ihrer harren zu muͤſſen. Wuͤthend zog ſie ſich in ihr Gemach zuruͤck. Die verzweifelte Liebe ſpornte ſie zur Rache, aber eben ihr Gemahl war es, der das ausgeſprochene Urtheil milderte.Hoͤre, ſprach ſie zu ihrer getreuen Zetfe, geh morgen bei Anbruch der Morgenroͤthe zu dem treuloſen Europaͤer, und

bringe ihm von mir die letzten Worte: Fremder, ich

habe dich geſehen, ich glaubte dich gefuͤhlvoll, und mein Herz wuͤnſchte dein zu ſeyn. Neun Monate haſt du meine Hoffnungen getaͤuſcht. Meineide ſind dir nur ein Spiel. Nimm dich in Acht, dein Leben iſt

in meinen Haͤnden, und ich bin erzuͤrnt. Haſſan

geht nach Faoué, er wird ſpaͤt zuruͤckkommen; ich werde den Tag auf dem Lande zubringen. Komm zu meinen Fuͤßen, und erwarte meine Verzeihung, oder ein Selave wird mir deinen Kopf bringen. Ich ſchwoͤre es bei dem Propheten: Gemile ſoll ge⸗ raͤcht oder befriedigt ſeyn.

Getreu hinterbrachte Zetfe die Worte ihrer Ge⸗ bieterin. Der Europaͤer uͤberlegte nicht weiter. Der Tod, welcher ihm Vergnuͤgen verſprach, ſchien ihm wuͤnſchenswerther; er beſchenkte die Selavin, be⸗