Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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bald blieb ſie ploͤtzlich ſtehen, erbebte bei dem gering⸗ ſten Geraͤuſche, und richtete das Auge nach der Ge⸗ gend. Die Sonne war verſchwunden, die Sterne begannen zu funkeln, die Nacht hatte ihren Schleier uͤber die ganze Natur ausgebreitet; allein vergebens, zum drittenmale vergebens harrte ſie auf die Ankunft des Fremden. Wuth trat nun an die Stelle zaͤrtlicher Gefuͤhle. Sie athmete nun Rache. Schon will ſie Befehl geben, den Tod des Meineidigen zu beſchleu⸗ nigen; doch Hoffnung und Verlangen loͤſchten die Flamme ihres Zorns.Nein, ſprach ſie, er ſterbe nicht; geh, meine theure Zetfe⸗ bring ihm Worte des Friedens. Verſcheuche ſeine Unruhe, mahle ihm meine Liebe; er komme, den Preis derſelben kennen zu lernen.

Zetfe kehrte zum Europaͤer zuruͤck, beruhigte ſei⸗ nen Schrecken, zeigte ihm lebhaft die Zaͤrtlichkeit ih⸗ rer Gebieterin, und das Gluͤck, das ihm angeboten ward. Der unvorſichtige junge Mann, unfaͤhig, die⸗ ſen verfuͤhreriſchen Gemaͤhlden zu widerſtehen, gab neue Verſprechungen; aber kaum war er ſich ſelbſt uͤberlaſſen, als das Bild eines entehrenden Todes ihm alle Schwuͤre vergeſſen ließ. Die Geduld hatte ihre Schranken; jene der Gemile war langmuͤthig. Neun Monate warb ſie um den Mann, welchen ſie nur ei⸗ nen Augenblick geſehen hatte. Sie entſchuldigte den, der keine Eutſchuldigung verdiente. Zu ihren vergeb⸗ lichen Schritten fuͤgte ſie noch neue, und konnte ſich