Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Der jugendliche Purpur, der auf ſeinen Wangen gluͤhte, feſſelte ihre Aufmerkſamkeit. Sie ging lang⸗ ſam, und ließ ihren Faͤcher fallen, um den Vorwand zu haben, ſich einen Augenblick aufzuhalten. Sie be⸗ gegnete ſeinen Blicken; welche ihr tief in die Seele drangen. Alle Zuͤge, die ganze Geſtalt des Fremden praͤgten ſich ihrem Gemuͤthe ein. Die Unmoͤglichkeit, mit ihm zu reden, die Furcht, ihn nicht wieder zu ſehen, machten ihr die Selaverei auf das Lebhafteſte fuͤhlbar, und der Zwang, in welchem ſie lebte, ent⸗ flammte die heftigſte Leidenſchaft in jihrem Herzen. Kaum hatte ſie ſich den Blicken der zudringlichen Menge entzogen, als ſie ihre Vertraute bei Seite zog, und zu ihr ſprach: Haſt du ihn geſehen, den jungen Fremdling? welches Feuer in ſeinen Augen! welche Blieke hat er mir zugeworfen! o meine Freundin! meine theuere Zetfe, geh, ſuch ihn auf, ſag' ihm, er ſoll uͤbermorgen unter die Orangenbaͤume kommen, welche den Garten begrenzen auf Seite des Dattel⸗ waͤldchens, wo die Mauer dicker iſt; ſag' ihm, daß ich ihn ſehen, unterhalten will; er moͤge nur den Blicken meiner unerbittlichen Waͤchter zu entgehen ſuchen. Die Botſchaft ward getreu hinterbracht. Der Europaͤer leiſtete ſogleich Zuſage;, aber die Gefahren, welchen er ſich ausſetzte, hielten ihn wieder zuruͤck. Die Selavin, als Kaufmann verkleidet, traf ihn zum zweitenmale und fragte ihn, warum er ſein Wort nicht gehalten haͤtte. Er brauchte allerlei Vorwaͤnde,